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Gemeinsame Definitionen

Anlagehorizont/Zeithorizont: Der Zeitraum in dem ein durch Marktschwankungen verursachter Verlust für den Anleger sehr unwahrscheinlich wird. Dies ist jedoch auch der Zeitraum, während dessen der Anleger höchstwahrscheinlich keine Verkäufe in der Not tätigt.


Die Rendite ist grundsätzlich als durchschnittliche Jahresrendite vor Steuern auf das einbezahlte Kapital zu verstehen. Von dieser Rendite gehen die Kosten von Zielvest im Nachgang noch ab. Alternativ zu vereinbaren wäre eine relative Rendite gegenüber einer Bundesanleihe mit ähnlicher Laufzeit, ebenfalls vor Steuern und nach Kosten.


Eine Sozialrendite ist das gute Gefühl, wenn die Finanzanlage eine positive Auswirkung auf die Umwelt erzielt. Aus Sicht der Umwelt oder der Allgemeinheit entsteht ein nicht in Rendite auszudrückender Mehrwert. Die Skala der Wirkung der Anlage soll sein:

  • Negatives ausschließen und positive Entwicklungen fördern (Best-in Class)
  • Gezielt Positives tun, im Sinne der 17 SDG’s (Sustainable Developement Goals) der UN
  • Eine messbare Wirkung erzielen


Eine Benchmark ist in unserem Sinne eine fiktive Anlage (ohne Steuern und ohne Kosten), bestehend aus dem DAX® (deutsche Aktien) und dem REX® (deutsche Bundesanleihen). Die Mischung soll so erfolgen, dass sie der Risikovorgabe entspricht. Die Benchmark soll die Stärke und den Einfluss von Marktschwankungen darstellen und auch ein Maßstab für die Rendite sein.


Risiken sind grundsätzlich in Schwankungsrisiken und Substanzrisiken zu unterteilen.
Als Schwankungsrisiken sind die Marktschwankungen einer definierten marktbreiten Benchmark zu betrachten. Marktschwankungen finden oberhalb und unterhalb der langfristig durchschnittlichen Marktentwicklung statt. Wir gehen davon aus, dass diversifizierte Anlagen immer um diesem Mittelwert schwanken (Mean Reversion).
Als Substanzrisiken sind solche Risken zu verstehen, die einen unwiederbringlichen Verlust verursachen. Dieser kann wie folgt entstehen:

  • Durch eine nachhaltig unterdurchschnittliche Entwicklung gegenüber der Benchmark.
  • Durch zu teure Einstiegspreise bzw. zu billige Verkaufspreise.
  • Durch das Fehlentscheidungsrisiko von Anlageberatern und Fondsmanagern.
  • Durch nachhaltige Wert- und Bonitätsrückgängen der zugrundeliegenden Aktien (Nokia, Deutsche Bank…), Immobilien oder Anleihen (Insolvenzgefahr, Ausfallrisiko).
  • Durch weitere Substanzrisiken wie: Hohe Kosten, Betrug, komplexe Rechtsverhältnisse, Diebstahl, …


Ein Risikobudget im Rahmen von Risikovereinbarungen kann über Schwellenwerte von Assetklassen, Verlustlimits pro Zeiteinheit oder verschiedene Risikokennzahlen (Value at Risk, Volatilität, …) oder definierte Risikoklassen (siehe nächste Seite) festgelegt werden. Beiden Parteien (Anleger und Berater) sollten jedoch die unterschiedlichen Vor- und Nachteile der Risikoformulierung bekannt sein.


Unter Ausschüttung oder Einkommenserzielung aus Kapitaleinkünften ist grundsätzlich der Zufluss in Form von Dividenden, Zinsen und Mieten vor Steuer zu betrachten. Anteilsverkäufe sind substanzaufzehrend und müssen vom Berater extra benannt werden.

Besitz definiert den Wunsch werthaltige Vermögensgegenstände (Werte) mit der Absicht besitzen zu wollen, diesen im besten Fall nie mehr zu veräußern (Buy & Hold). Die Bemessung erfolgt nicht über eine Renditemessung, sondern über eine regelmäßige Prüfung der Werthaltigkeit und ob der Wunsch beim Anleger weiterhin besteht. Weitere Bewertungen sind z.B. Verwaltbarkeit, Liquidität oder die emotionale Rendite.


Definition einer langfristig sicheren Anlage: Es gibt für uns ausschließlich zwei Ausgestaltungen einer langfristig sichern Anlage:

  • Ein breit gestreutes, mindestens 500 Titel umfassendes Aktienportfolio mit den größten Unternehmen Europas oder der Welt gilt für uns als langfristig sichere Anlage (Mean Reversion). Der Anleger kann davon ausgehen, dass er langfristig einen Inflationsausgleich/Kaufkrafterhalt und sogar eine Zusatzrendite (Prime Equity) für das eingegangene Risiko erreicht.
  • Eine Bundesanleihe gilt als eine kurz-mittel- und langfristig sichere Anlage. Die Sicherheit bezieht sich jedoch auf die nominelle Rückzahlung und die Bedienung des laufenden Zinses. Sollte die Inflation höher als der Zins sein, dann verliert der Anleger die Kaufkraft seines eingesetzten Kapitals. Je länger die Laufzeit, desto höher der mögliche Kaufkraftverlust.


Bild von steigenden Märkten, historische Charts


Annahme von steigenden Vermögenswerten durch stetige Weiterentwicklung und Marktbefriedigung.

Als Grundsicherheit für den Anleger dient die Erwartungshaltung von langfristig steigenden Vermögenswerten unter dem Gesichtspunkt des technologischen Fortschrittes und der stetig steigenden Bedürfnisse der Menschen.

  • Soweit der Anleger nicht stark vom Durchschnitt abweicht, wird er von dieser Grundentwicklung profitieren.
  • Nur, wenn er die (nicht wesentlich vom Markt abweichende) Anlage auch immer behält, kann er sich der Entwicklung sicher sein. Nur wenige Tage nicht partizipiert wirken sich entscheidend auf die Rendite aus. Wer in 31 Jahren die besten 13 Tage verpasst hat, verlor die Hälfte der Rendite.
  • Kosten reduzieren die Partizipation. Er sollte die breite Streuung mit möglichst niedrigen Kosten erreichen.



Formulierung der Risikoklassen:

  1. Sie haben eine sehr geringe Risikobereitschaft und eine sehr geringe Renditeerwartung. Wertschwankungen können nicht oder nur in sehr geringem Umfang getragen werden. Produkte, die dieser Risikoklasse zugeordnet sind, hatten, betrachtet über die letzten 5 Jahre, eine durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite von bis zu 0,5% (Vergangenheitsbetrachtung, Schwankungen können in der Zukunft höher sein).
  2. Sie haben eine geringe Risikobereitschaft und eine geringe Renditeerwartung. Wertschwankungen können in geringem Umfang getragen werden. Produkte, die dieser Risikoklasse zugeordnet sind, hatten, betrachtet über die letzten 5 Jahre, eine durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite von bis zu 2,0% (Vergangenheitsbetrachtung, Schwankungen können in der Zukunft höher sein).
  3. Sie haben eine gemäßigte Risikobereitschaft und eine gemäßigte Renditeerwartung. Wertschwankungen können in mäßigem Umfang getragen werden. Produkte, die dieser Risikoklasse zugeordnet sind, hatten, betrachtet über die letzten 5 Jahre, eine durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite von bis zu 5,0% (Vergangenheitsbetrachtung, Schwankungen können in der Zukunft höher sein).
  4. Sie haben eine mittlere Risikobereitschaft und eine mittlere Renditeerwartung. Wertschwankungen können in mittlerem Umfang getragen werden. Produkte, die dieser Risikoklasse zugeordnet sind, hatten, betrachtet über die letzten 5 Jahre, eine durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite von bis zu 10,0% (Vergangenheitsbetrachtung, Schwankungen können in der Zukunft höher sein).
  5. Sie haben eine erhöhte Risikobereitschaft und eine erhöhte Renditeerwartung. Wertschwankungen können in erhöhtem Umfang getragen werden. Produkte, die dieser Risikoklasse zugeordnet sind, hatten, betrachtet über die letzten 5 Jahre, eine durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite von bis zu 15% (Vergangenheitsbetrachtung, Schwankungen können in der Zukunft höher sein).
  6. Sie haben eine hohe Risikobereitschaft und eine hohe Renditeerwartung. Wertschwankungen können in hohem Umfang getragen werden. Produkte, die dieser Risikoklasse zugeordnet sind, hatten, betrachtet über die letzten 5 Jahre, eine durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite von bis zu 25,0% (Vergangenheitsbetrachtung, Schwankungen können in der Zukunft höher sein).
  7. Sie haben eine sehr hohe Risikobereitschaft und eine sehr hohe Renditeerwartung. Wertschwankungen können in sehr hohem Umfang getragen werden. Produkte, die dieser Risikoklasse zugeordnet sind, hatten, betrachtet über die letzten 5 Jahre, eine durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite von über 25,0% (Vergangenheitsbetrachtung, Schwankungen können in der Zukunft höher sein).


Erläuterungen zu den Risikoklassen von 1 – 7
Allen Fonds und ETF werden regelmäßig in eine Risikoklasse sortiert. Die Sortierung erfolgt über die Kursentwicklung der Vergangenheit. Je stärker eine Anlage in der Vergangenheit geschwankt ist, desto höher ist die Risikoklasse, in der die Anlage zugerechnet wird. Risikoklassen können sich somit ändern. Beispiele:

  1. Aktuell würde eine Anlage in die größten deutschen Aktien (z. B. DAX®) oder größten europäischen Aktien (Stoxx Europe®) der Risikoklasse 6 zugeteilt werden. Je nach Marktsituation könnte zukünftig auch eine Risikoklasse 5 oder 7 möglich sein. 
  2. Eine Anlage in die weltweit größten Unternehmen wird derzeit in die Risikoklasse 5 einsortiert, es wären zukünftig jedoch auch 6 oder gar 7 vorstellbar.
  3. Eine Anlage in weltweite, sichere Staatsanleihen wird derzeit in die Risikoklasse 3 einsortiert. Eine Anlage in Zinspapieren von großen europäischen Unternehmen mit bester Bonität wird aktuell ebenfalls in Risikoklasse 3 eingestuft. Beides könnte sich durch Corona in Kürze auch ändern.


Die Risikoklassen sagen folglich nichts über die Substanzrisiken der Anlage aus, diese sollten vom Berater individuell erläutert werden.