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Krisenkauf

Die perfekte antizyklische Strategie

Was ist der Hintergrund?

Viele Anleger ärgern sich, dass sie in den vergangenen Krisen (z.B. in der Finanzkrise ab 2007) nicht zu den niedrigen Ständen gekauft haben. Sie “warten” auf die nächste Krise. 

Die Erfahrung zu teuer einzukaufen, hat viele Anleger geprägt. Diesen Fehler wollen sie nicht wiederholen. Sie warten ebenfalls auf den richtigen Zeitpunkt.

Worum geht es?

  • Der Grund, warum viele Anleger prozyklisch handeln, ist, die sogenannte “Selbstkontrolle-Heuristik”, die von Richard Thaler erforscht wurde. Demnach verhalten sich Menschen im Hier und Jetzt rational und denken, dass sie auch in der Zukunft rational handeln werden, also z.B. Aktien bei der nächsten Krise zum Tiefpunkt einzukaufen. Doch wenn dann der Zeitpunkt kommt, dann ist der intuitive Gedanke “Nur raus aus dem Markt, bevor ich noch mehr verliere”, und alle Vorsätze werden über Bord geworfen. Neben den Vorsätzen stellt man zumeist auch fest, dass man, selbst wenn man wollte, gar keine Liquidität zur Verfügung hätte.
  • Deswegen werden in der Krisenkauf-Strategie Regeln und auch Liquiditätsreserven festgesetzt, damit der Krisenkaufplan auch definitiv ausgeführt wird. 

Wie kann ich mir die Krisenkauf-Strategie vorstellen?

  • Die Grundvoraussetzung, um zu Krisenzeiten günstig einkaufen zu können, ist, zu dem Zeitpunkt genügend Kapital zu haben. Deswegen wird zu Beginn ein Teil des Anlagevermögens als Liquiditätsreserve zurückgelegt.
  • Im nächsten Schritt wird eine Anlage ausgewählt, die sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit von einer Krisensituation auch wieder erholt.
  • Als nächstes werden Limits festgelegt, bei denen nachgekauft wird.
  • Es werden auch Grenzen festgelegt, zu denen die Nachkäufe wieder mit Gewinn verkauft werden.
  • Die Szenarien würden also dementsprechend aussehen:
    • Wenn sich der Markt nur noch positiv entwickelt, profitiert die Gesamtanlage immerhin teilweise. 
    • Entwickelt sich der Markt leicht negativ, ist der Verlust geringer, da nicht die volle Summe investiert wurde.
    • Entwickelt sich der Markt stärker negativ, greift der Nachkauf. (z.B.  Nachkauf bei -20%)
    • Entwickelt sich der Markt noch negativer, greift die nächste Grenze (z.B. Nachkauf mit restlicher Liquiditätsreserve).
    • Danach befindet sich der Anleger in einer Warteposition. Bei Erreichen des oberen Limits kann der Anleger dann verkaufen und den Gewinn realisieren.

Was sind die Stärken und Schwächen der Strategie?

Stärken:
    • Der Startzeitpunkt ist beinahe irrelevant (jedoch in wirtschaftlich guten Zeiten)
    • Guter Kontrollmechanismus dank festgelegten Regeln, um antizyklisch zu handeln

Schwächen:
    • Der Anleger muss in guten Zeiten geduldig sein, und akzeptieren, dass die Liquiditätsreserve in dieser Zeit kaum Rendite einbringt.
    • Die genaue Festsetzung der Limits kann schwierig sein.